Diese Woche wurde der „Plan für überörtliche Maßnahmen zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge“ den kommunalen politischen Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern vorgestellt.
Dies ist ein großer Schritt und ein Meilenstein für die langfristige Risikovorsorge im Zeichen des Klimawandels für das Ahrtal. Es ist auch ein sehr wichtiges Beispiel für viele andere Flusseinzugsgebiete. Am 31.3. folgt eine Veranstaltung für die Öffentlichkeit.
Am 17. März 25 wurden in der Stadthalle in Dümpelfeld vor ca. 150 Teilnehmenden die ermittelten 18 Standorte für Hochwasserrückhaltebecken, ergänzende örtliche Maßnahmen mit überörtlicher Wirkung sowie der Wasserrückhalt in der Fläche vorgestellt.
Im World-Café Format wurden die Ergebnisse diskutiert. Die Moderation erfolgte durch Risikomanagerin Meri Eremut, die ausführenden Ingenieurbüros und durch Stefanie Weiner, Jan Gauweiler und Peter Heiland von INFRASTRUKTUR & UMWELT (IU).
IU hat 2022 die Grundkonzeption für diesen zukunftsweisenden Plan federführend im Auftrag der Kreisverwaltung Ahrweiler, der Kommunen und Kreise im Ahrtal und dem Klimaschutzministerium Rheinland-Pfalz unter Einbeziehung zahlreicher Expertinnen und Expertinnen entwickelt.
2023 hat IU die Ausschreibung und Vergabe der Ingenieurleistungen vorbereitet und unterstützt. Anschließend wurde IU die Projekt- und Fachsteuerung bei der Erarbeitung übertragen. Mit der Bearbeitung des Plans wurden die Ingenieurbüros Hydrotec (Aachen) und IBB Becker (Bad Neuenahr-Ahrweiler) beauftragt.

Bei der Vorstellung der Ergebnisse des Plans konnten zahlreiche Fragen der Teilnehmenden diskutiert und viele geklärt werden: Warum gerade diese Standorte? Sind viele kleine oder weniger große Maßnahmen wirkungsvoller? Wie ist die Bevölkerung von den Maßnahmen betroffen? Wird es nach Realisierung der Maßnahmen sicherer im Ahrtal? Und viele andere mehr.
An der Erarbeitung der Maßnahmen waren zahlreiche Kolleginnen und Kollegen der ausführenden Ingenieurbüros, der Kreisverwaltung und der Kommunen mit größtem Engagement beteiligt. „Es sollte aber nicht darum gehen, wer im Detail am meisten für diesen wegweisenden Plan getan hat“, so IU-Partner und Projektverantwortlicher für die Planungsberatung, Dr. Peter Heiland. „Angesichts der gigantischen Katastrophe 2021 ist entscheidend, dass es gelungen ist, viele Kompetenzen von vielen Ingenieur*innen und Planer*innen so zu bündeln und synergetisch zusammen zu bringen, dass es in relativ kurzer Zeit gelungen ist, diesen Plan auf die Beine zu stellen. Eine außergewöhnliche Katastrophe braucht eine außergewöhnliche Antwort.“
Entscheidend ist auch für die Umsetzung das Denken über lokale Grenzen hinaus. Hochwasservorsorge besteht aus sehr vielen Puzzleteilen, aus vielen Expert*innen, aus neidloser Zusammenarbeit und aus dem Einsatz der Beteiligten über das normale Maß hinaus.
Und es braucht Macher*innen: die Landrätin, ihre Mitarbeitenden, die unglaublich vielen in der Kreisverwaltung und den anderen Behörden Tätigen, die alle regelmäßig an ihr persönliches Limit gehen.
Das Ergebnis dieses Projektes ist der „Plan für überörtliche Maßnahmen zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge für den Landkreis Ahrweiler und das Ahreinzugsgebiet“ (üMP).
Sein Ziel ist es Möglichkeiten aufzuzeigen, extreme Wassermengen zurückzuhalten und damit die Bürgerinnen und Bürger, Städte und Gemeinden übergreifend schützen können.
Der üMP besteht aus drei Bausteinen:
- Großräumig wirkende Hochwasserrückhaltebecken – Sie halten große Wassermengen zurück und reduzieren Hochwasserspitzen
- Unterstützende Rückhaltemaßnahmen – Dazu gehören Renaturierungen und Deichrückverlegungen, die der Ahr mehr Raum geben und natürlichen Wasserrückhalt schaffen
- Hochwasserrückhalt in der Fläche – Durch Landschaftsanpassungen und dezentrale Maßnahmen wird das Wasser besser verteilt und aufgenommen
INFRASTRUKTUR & UMWELT konnte zu diesem Projekt langjährige Kompetenz bei der Verknüpfung von fachlicher Detailexpertise zur Hochwasservorsorge, Planungs- und Verfahrensexpertise sowie systemischer Beratungskapazität bei großen und komplexen Infrastruktur-, Klimawandelanpassungs- und Wasserhaushaltsprojekten beitragen. Wir schätzen die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten sehr.
Zur Projektinformation der Kreisverwaltung Ahrweiler:
Plan zur Entwicklung von überörtlichen Maßnahmen | Kreisverwaltung Ahrweiler