Die Reichelsheimer Stadtverordnetenversammlung hat am 11. Dezember 2025 der von INFRASTRUKTUR & UMWELT Professor Böhm & Partner erstellten Kommunalen Wärmeplanung zugestimmt.
Die Kommunale Wärmeplanung Reichelsheim wurde in drei Arbeitsschritten erstellt. Zunächst erfolgte die Ermittlung des Ist-Zustands: Im Zuge der Bestandsanalyse wurden die aktuellen Wärmebedarfe und -verbräuche sowie die vorhandenen Wärmeerzeuger und Energieinfrastrukturen inklusive der eingesetzten Energieträger erfasst. Darauf aufbauend führte die Potenzialanalyse eine Prüfung möglicher erneuerbarer Quellen und unvermeidbarer Abwärme durch, um jene Optionen zu identifizieren, die unter wirtschaftlichen Bedingungen nutzbar sind. Abschließend wurden auf Grundlage von Bestands- und Potenzialanalyse ein Zielszenario sowie eine konkrete Umsetzungsstrategie entwickelt. Diese beschreibt prioritäre Maßnahmen und zeitliche Schritte zur Transformation der lokalen Wärmeversorgung.
In Reichelsheim wurden zentrale Ergebnisse erzielt, die sich wie folgt zusammenfassen lassen: Die dezentrale Nutzung von Umgebungswärme mittels Wärmepumpen oder Biomassekesseln sowie eine umfassende energetische Sanierung. Ein Prüfgebiet für ein mögliches Wärmenetz liegt im Bereich „Im alten Dorf / Bingenheimer Straße“. Die Planung berücksichtigt die Umstellung lokaler Flüssiggasnetze auf biogenes Flüssiggas. Dies kann aufgrund der dann zu erwartenden Energiekosten einen erhöhten Anpassungsdruck der bestehenden Wärmeversorgung auf dezentrale Lösungen auf die angeschlossenen Haushalte ausüben.
Der Magistrat wird die Kommunale Wärmeplanung nun offiziell veröffentlichen und die Ergebnisse kommunizieren. Die Planunterlagen dienen der Kommune als Grundlage für weitergehende Beschlüsse und lokale Umsetzungsschritte zur Verfügung.
